9 Hinweise für Befestigung von Laminatmodulen
Um das Schletter-Standardsystem auch für Laminatmodule zu adaptieren, wurde das Laminat-Klemmsystem entwickelt. Es besteht aus einem Mittelprofilpaar, das zur Klemmung von Laminaten von 3 bis 14 mm geeignet ist. Passend zu den Mittelklemmen gibt es jeweils die passenden Endklemmen. Die Klemmen sind so konstruiert, daß das Laminat von allen Seiten, also auch auf der Stirnseite nur mit Gummi in Berührung kommt und so nicht im Gestell an Metallteilen verspannt wird.
Montage der Klemmen
Die Montage der Abschlußklemmen und Mittelklemmen entspricht in der Vorgehensweise den normalen Klemmen für gerahmte Module.
Montage der Sicherheitshaken
Bei Schrägdächern können Laminate nicht so fest kraftschlüssig verspannt werden, daß ein Verrutschen ausgeschlossen werden kann . Aus diesem Grunde wird zusammen mit der unteren Modulklemme jeweils ein Sicherheitshaken mit verschraubt, der das Modul gegen Abrutschen sichert. Der Sicherheitshaken wird unter die Modulklemme geschoben und mit der Klemmschraube nach Ausrichten des jeweiligen Modules festgeklemmt. Es ist darauf zu achten, daß die Modulklemmen in keinem Fall zu fest angezogen werden !
Achtung!
Der Ausgleichsbereich der EPDM-Dichtung der Laminatklemme ist groß, damit die Laminate nicht in der Fläche verspannt werden. Dennoch empfiehlt es sich, vor der Modulmontage an den Querträgern eine senkrechte Alulatte anzulegen und die parallele Ausrichtung der Querträger am Dach zu kontrollieren! Verdrehte Querträger sind z.B. durch Nachbiegen der Dachhaken auszurichten!
Bei Laminatmodulen mit einem sehr schmalen Rand sollte das Modul nicht zu weit durch die Klemme verdeckt werden. Hier empfiehlt sich bei der Montage die Einlage von Distanzstreifen. Da sich die Abstände zwischen den Modulen dadurch vergrößern, muß bei Bestellung und Konfektionierung auf längere Schienenzuschnitte geachtet werden. Die Ergebnisse des Autokalkulators sind in diesem Falle zu korrigieren!
Bei größeren Laminaten oder bei Quermontage sollte das Laminat nicht freitragend zwischen den Klemmen eingespannt werden, sondern in der Mitte zusätzlich durch einen Unterstützungsgummi (als Zubehör erhältlich) abgestützt werden.
Hinweise für Verlegung bei sehr grossen Schneelasten:
Für sehr große Schneelasten (bis 2,5 m!) liegen positive Erfahrungen in der Kombination des Laminatsystemes mit GridTop vor. Dabei sind folgende Hinweise zu beachten:
- Es wird eine Montage in Schuppenform empfohlen. Dafür sind Sicherheitshaken in S-Form als Zubehör erhältlich. Wegen der Höhenunterschiede zwischen den Lagen ist an den unteren Laminatklemmen der jeweils oberen Lage eine Unterlegplatte erforderlich.
- An der untersten Laminatreihe wird eine zusätzliche Schiene empfohlen, da in der Praxis große überkragende Schnee- bzw. Eisplatten vorkommen und diese beim Abrutschen die unterste Laminatreihe sehr stark belasten
- Reicht die Anlage nach oben hin nicht bis zum First, so ist die oberste Modulreihe gegen von oben abrutschende Schneemassen gesondert zu schützen.
- Zwischen den Laminatklemmen wird die Montage von Unterstützungsgummis empfohlen (als Zubehör erhältlich).
10 Freiflächen-Montagesystem PvMax2
Das Freiflächen-Montagesystem PvMax2 ist in allen Systembauteilen für den speziellen Anwendungsfall de r Freiflächenmontage dimensioniert und optimiert. Aus diesem Grunde wird für dieses System eine eigene Komplett-Anleitung zur Verfügung gestellt.
Bitte beachten Sie, dass die Kalkulation einer Freiflächen-Aufstellung sehr schnell und komfortabel mit unse- rer Autokalkulator-Software (Stand ab 06/2003) erfolgt!
11 Diebstahlsicherung
Schletter SecuFix ist konkurrenzlos einfach, jederzeit nachrüstbar und kann nur mit Elektrowerkzeug und mit einem definiertem Zeitaufwand wieder geöffnet werden. Wie das geht?
Für die herkömmlichen Imbusschrauben liefern wir Ihnen eine Edelstahlkugel
mit genau passendem Durchmesser auf Wunsch dazu. Nach Inbetriebnahme der Anlage
(wenn Sie sicher sind, dass keine Verbindung mehr geöffnet werden muß)
sichern Sie alle Schrauben durch Einschlagen der SecuFix-Kugel – fertig!
Natürlich für Schrägdach, Flachdach oder Freiflächenanlagen bei Neubau oder als Nachrüstung gleichermaßen verwendbar!
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| Kugel einschlagen - fertig |
Schraube mit normalen Werkzeugen nicht zu öffnen.
Durch die sehr enge Mittelklemme ist auch ein Lösen
mittels Zange unmöglich |
Öffnen (z.B. bei Moduldefekt): Schlitz einschneiden und mit großem Schraubendreher lösen. |
12 Indachsystem für Laminatmodule
Ein komplettes Indachsystem für Laminatmodule ist weiterhin in Planung. Leider liegen hier noch keine Serienbauteile vor.
13 Hinweise zum Blitzschutz und Überspannung
13.1 Gestellerdung
Bei Dächern mit Blitzschutzanlage sollte das komplette Gestell zum Schutz vor Direkteinschlägen in die Erdung der Anlage miteinbezogen werden. In der Regel reicht es, das Gestell in einem Punkt an die Blitzschutzanlage anzubinden. Wegen der undefinierten elektrischen Verbindungen an eloxierten Modulrahmen ist die optimale Lösung, die einzelnen Querträgerstränge durchzuverbinden. Dies kann an jeder beliebigen Stelle erfolgen (M10-Schrauben). Bei der Auswahl der Anschlußmaterialien ist auf die elektrochemische
Spannungsreihe zu achten. Bei Verwendung der heutzutage im Blitzschutz üblichen Aluminiummaterialien sind keine besonderen Vorkehrungen notwendig.
Ist auf dem Dach keine Blitzschutzanlage angebracht, so wird auch bei Verwendung von Trafowechselrichtern eine Erdung empfohlen. Bei Verwendung trafoloser Wechselrichter sollte aus Gründen des Personenschutzes in jedem Falle geerdet werden, um kapazitive Aufladungen abzuleiten oder im Falle von Defekten am Wechselrichter keine unzulässigen Spannungen am Gestell entstehen zu lassen. Achten Sie dabei auf Verwendung ausreichender Querschnitte und Führung der Erdungsleitung außerhalb der Gebäudehülle, damit bei Blitzeinschlag keine Brandquellen entstehen!
13.2 Überspannungsschutz
Der Überspannungsschutz dient im wesentlichen dem Schutz der Umrichter und der Anlagen bei nicht direkten Blitzeinschlägen. Diese Thematik soll hier nicht näher betrachtet werden. Die entsprechenden Vorschriften der Umrichterhersteller und der einschlägigen Normen sind zu beachten!
13.3 Leitungsverlegung
Der Leitungsverlegung kommt im Zusammenhang mit dem Schutz der Anlage bei Naheinschlägen eine besondere Bedeutung zu. Schäden an der Anlage (z.B. Zerstörung der Umrichter durch Überspannung) entstehen oft durch Einkopplung von Induktionsspannungen in die Modulverdrahtung. Ein Blitzeinschlag in der Nähe einer PV-Anlage ist mit einem sehr hohen Stromfluß verbunden. Dieser Stromfluß (bzw. seine zeitliche Änderung di/dt) koppelt in die durch die Modulverdrahtung am Dach aufgespannte „Leiterschleife“ eine Induktionsspannung ein. Aus diesem Grunde ist bei der Gestellplanung, Stringaufteilung und Leitungsverlegung darauf zu achten, daß möglichst keine Leiterschleifen entstehen. Am besten wird die Modulverdrahtung nach Durchgang durch die in Serie geschalteten Module im gleichen Modulstrang wieder zurückgeführt und tritt dann an der Austrittsstelle auch wieder ins Dach ein. Für die Rückleitung entlang der Modulreihen kann der Kabelkanal am Querträgerprofil verwendet werden.
13.4 Literaturhinweis
Sinnvolle Hinweise zum Blitzschutz, sowie zur gesamten Auslegung von PV-Anlagen gibt z.B. om DGS he- rausgegebene Planungsordner „Photovoltaische Anlagen“. Weitere Literaturhinweise und ein link zu einer Fachbuchhandlung in unserer Homepage!
14 Sicherheit und Haftung
14.1 Elektrische Installation
Elektrische Installationshinweise sind grundsätzlich nicht Gegenstand dieser Anleitung. Folgende allgemeinen Hinweise sind jedoch grundsätzlich zu beachten:
- Installation und Inbetriebnahme darf nur von zugelassenen Elektrofachkräften erfolgen
- Die gültigen Vorschriften und Sicherheitshinweise sind zu beachten
- Elektrische Installation bei Feuchtigkeit ist unbedingt zu vermeiden
- Auch bei geringer Beleuchtung entstehen an der Reihenschaltung von Solarmodulen sehr hohe Gleichspannungen, die bei Berührung lebensgefährlich sind! Insbesondere ist die Möglichkeit von Sekundärschäden bei Stromschlägen zu berücksichtigen!
14.2 Arbeiten auf dem Dach
Bei Arbeiten auf dem Dach (auch am Flachdach) sind die gültigen Unfallverhütungsvorschriften zu beachten. Hinweise zu den vorgeschriebenen Sicherungsmaßnahmen gibt die Bau-Berufsgenossenschaft. Fangeinrichtungen sind ab Arbeitshöhen ab 3m zwingend vorgeschrieben. Können keine Fangeinrichtungen montiert werden, so sind vorschriftsmäßig befestigte Sicherungsgeschirre zu tragen. Alle Werkzeuge sind entsprechend zu sichern; ggfs. ist der Gefahrenbereich am Boden durch Abschrankung zu sichern!
14.3 Haftungsausschluß
Diese Anleitung gibt sinnvolle Hinweise zur Montage der Befestigungssysteme der Schletter GmbH.
- Zusätzlich zu diesen Hinweisen hat der installierende Fachbetrieb die gültigen Vorschriften und Regeln der Technik zu beachten.
- Die in dieser Anleitung enthaltenen Hinweise zur Dimensionierung sind lediglich Hinweise aus der Praxis; verbindlich sind die in der jeweiligen Systemstatik empfohlenen Dimensionierungshinweise.
- Der Installationsbetrieb ist verantwortlich für die Dimensionierung der Anlagen; die Schletter GmbH gibt hierzu in der Systemstatik die entsprechenden Hinweise.
- Die Schletter GmbH haftet nicht für die in kaufmännischen Anlagenangeboten enthaltenen Dimensionierungshinweise, da im Rahmen von Angebotsabgaben im allgemeinen nicht alle technischen Rahmenbedingungen (Schneelastzone, Gebäudehöhen, Windlasten usw.) abgestimmt werden können. Gerne beraten wir Sie in der Detailprojektierung!
- Der Installationsbetrieb ist verantwortlich für die mechanische Haltbarkeit der montierten Schnittstellenverbindungen an der Gebäudehülle, insbesondere auch für deren Dichtigkeit. Die Bauteile der Schletter GmbH sind dafür nach den zu erwartenden Belastungen und dem gültigen Stand der Technik ausgelegt.
- Die Schletter GmbH haftet nicht bei unsachgemäßer Handhabung der verbauten Teile.
Bei sachgemäßer Handhabung, Dimensionierung gemäß den statischen Rahmenbedingungen und (soweit nicht gesondert vereinbart) normalen Umwelt- und Umgebungsbedingungen gewährt die Schletter GmbH eine 10-jährige Produktgarantie auf Lebensdauer und Haltbarkeit der Gestellsysteme. Dies gilt im Rahmen der z.B. in der DIN 1055 zu berücksichtigenden Umweltbedingungen.
- Die zu erwartende Produktlebensdauer liegt wesentlich über der Lebensdauer der PV-Module.
- Da die statische Dimensionierung der Anlagen nicht für alle möglichen Umweltbedingungen erfolgen kann, sondern nach den Vorgaben in den gültigen Normen erfolgt, empfehlen wir in jedem Falle entsprechende Elementarversicherungen.
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