

Worauf müssen Sie bei der Auswahl des Wechselrichters achten?
Zuverlässigkeit
Richtige Auslegung
Preis
Nutzen Sie unsere Auswahlhilfe und finden Sie den richtigen Wechselrichter für Ihre Anlage.
Ein Wechselrichter (auch Inverter genannt) ist ein zentrales Element jeder Photovoltaikanlage. Seine Hauptaufgabe besteht darin, den von den Solarmodulen erzeugten Gleichstrom (DC) in Wechselstrom (AC) umzuwandeln, der im öffentlichen Stromnetz genutzt oder im Haushalt direkt verbraucht werden kann. Photovoltaikmodule produzieren Strom nur als Gleichstrom – dieser lässt sich weder direkt in einem normalen Stromnetz verwenden noch in die Steckdose einspeisen. Erst durch die Umwandlung in netzkompatiblen Wechselstrom mit einer Frequenz von 50 Hz und einer Spannung von 230 V (bzw. 400 V bei Drehstrom) wird der Solarstrom nutzbar.
Neben der zentralen DC-AC-Umwandlung übernimmt ein moderner Wechselrichter noch viele weitere Aufgaben:
In Deutschland und vielen anderen Ländern wird der Haushaltsstrom über ein Drehstromnetz bereitgestellt, das aus drei Phasen (L1, L2, L3) besteht. Geräte im Haushalt nutzen entweder nur eine Phase (z. B. Fernseher, Licht) oder mehrere Phasen gleichzeitig (z. B. Herd, Wärmepumpe).
Auf den ersten Blick scheint es ineffizient: Ein einphasiger Wechselrichter speist nur auf einer Phase ein, während Verbraucher auf anderen Phasen Strom benötigen könnten. Man könnte denken, dass der selbst erzeugte Strom so nicht optimal genutzt wird.
Genau hier kommt der saldierende Stromzähler ins Spiel:
Ein saldierender Zähler verrechnet den eingespeisten Strom phasenübergreifend. Das bedeutet: Wenn auf Phase L1 eingespeist und gleichzeitig auf L2 und L3 Strom verbraucht wird, „zieht“ der Zähler zuerst den Eigenverbrauch auf allen drei Phasen vom eingespeisten Strom auf L1 ab. Dadurch wirkt es saldiert, als ob der Solarstrom im ganzen Haus verteilt würde – auch wenn er technisch nur auf einer Phase ankommt.
Beispiel zur Veranschaulichung:
PV-Anlage mit einphasigem Wechselrichter speist 2.000 W auf Phase L1 ein. Gleichzeitig läuft auf L2 ein Geschirrspüler mit 1.000 W und auf L3 ein Kühlschrank mit 500 W.
Ohne Saldierung: Man würde 2.000 W einspeisen und zusätzlich 1.500 W aus dem Netz beziehen – ineffizient.
Mit Saldierung: Der Stromzähler verrechnet alles gegeneinander → nur 500 W Überschuss werden eingespeist, kein Netzbezug notwendig.
Die Leistung eines Moduls in Wp gibt den im Labor gemessenen Wert wieder, der unter definierten Vorgaben gemessen wurde. Dies wurde eingeführt, um Module in Ihrer Leistung vergleichbar zu machen. Diese Messverhältnisse hat man in der Realität nicht, sondern liegt meist darunter. Die folgende Tabelle zeigt den Prozentanteil des maximal möglichen Ertrags an. Die Werte basieren auf der Dachneigung und der Ausrichtung – also der Abweichung in Grad von der optimalen Südausrichtung (0°).
| Neigung | 0°(S) | 30° | 60° | 90°(O/W) | 120° | 150° | 180°(N) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 0° | 87 % | 87 % | 87 % | 87 % | 87 % | 87 % | 87 % |
| 10° | 93 % | 92 % | 90 % | 86 % | 83 % | 80 % | 79 % |
| 20° | 97 % | 96 % | 91 % | 85 % | 77 % | 71 % | 70 % |
| 30° | 100 % | 97 % | 91 % | 82 % | 72 % | 64 % | 61 % |
| 40° | 100 % | 97 % | 90 % | 79 % | 67 % | 56 % | 52 % |
| 50° | 98 % | 95 % | 87 % | 75 % | 61 % | 48 % | 43 % |
| 60° | 94 % | 91 % | 82 % | 70 % | 55 % | 41 % | 35 % |
| 70° | 88 % | 85 % | 76 % | 70 % | 49 % | 35 % | 28 % |
| 80° | 80 % | 77 % | 68 % | 56 % | 42 % | 29 % | 23 % |
| 90° | 69 % | 67 % | 60 % | 48 % | 35 % | 24 % | 18 % |
Nochmal: diese Werte geben den maximal möglichen Ertrag an, den man aber in der Realität kaum erreicht bzw. nur für kurze Momente. 10-20% kann man von diesen Werten durchaus abziehen, um zur passenden Wechselrichter-Leistung zu kommen. Da aber die Preisesprünge der entsprechenden Leistungsklassen nicht hoch ist, kann man auch gerne die nächsthöhere Leistung wählen.
Beispiele:
eine 10 kWp Anlage hat bei 30° Dachneigung und Südausrichtung eine maximal mögliche Leistung von 100%. Da das aber nur selten erreicht wird, kann man den Wechselrichter um 10-20% Unterdimensionieren und würde dann auf ein Gerät mit 8 - 9 kW Nennleistung kommen. 8 kW würde für die meiste Zeit im Sommer reichen, aber in der Übergangszeit eher zu klein. Da es 9 kW nicht gibt, greift man am besten auf ein 10 kW Gerät zurück.
Bei Ost-West würde eine 10 kWp Anlage bei 30° Dachneigung 82% maximal mögliche Leistung erzielen. Da wie gesagt, das selten erreicht wird, kann man hier auch wieder ca. 10-20% abziehen und kommt auf eine Wechselrichter-Nennleistung von ca. 6-7 kW. 6 kW wäre für die meiste Zeit im Sommer ausreichend, aber im Frühjahr und Herbst eher zu klein. 7 kW gibt es nicht, wodurch ein 8 kW Gerät empfehlenswert ist.
Sie können uns gerne kontaktieren und wir übernehmen die Auslegung für Sie.
Verschiedene Ausrichtungen und Dachneigungen lassen sich durchaus auf ein Gerät unterbringen. Bei zwei verschiedenen Ausrichtungen kann man ein Gerät mit 2-MPP Tracker wählen. Möchte man Ost/West und Süd an ein Gerät mit 2-MPP Tracker anschließen, kann man Ost/West auf einen MPP-Tracker legen, sofern die Stringlänge von Ost/West parallel ist und Süd auf den anderen Tracker.
Da das Thema durchaus komplexer sein kann, beraten wir Sie gerne dazu. Kontaktieren Sie uns einfach.
Hybridwechselrichter kombinieren zwei Anwendungen in einem Gerät die Erzeugung von Strom aus Solarmodulen & die Speicherung im Stromspeicher. Einige Hybridwechselrichter bieten zudem einen separaten Backup Anschluss, um bei Stromausfall das Gebäude mit Solarstrom von den Modulen oder aus dem Speicher weiter zu versorgen. Bei manchen Herstellern ist dazu eine Backup Box separat zu installieren.
| A = Solarmodule | erzeugt Gleichstrom durch Sonne |
| B = Hybridwechselrichter | wechselt Gleichstrom aus Modulen und Speicher in Wechselstrom und ggf. auch zurück |
| C = Energy Meter / Smart Meter | misst Stromfluss aus und in das Netz (wird zusätzlich zum Hauszähler des Netzbetreibers benötigt) |
| D = öffentliches Stromnetz | öffentliches Stromnetz des Netzbetreibers |
| E = Stromspeicher | wird mit Gleichstrom betrieben |
| F = Backup Anschluss | versorgt die ausgewählten Backuplasten bei Normalbetrieb und bei Stromausfall |
| G = Hausnetz | ist bei Stromausfall stromlos |
Mit welchen Batteriesystemen ist ein Hybridwechselrichter kompatibel?
Heutige Hybridwechselrichter sind meist mit Lithium-Ionen Speichern kompatibel. Fast jeder Hersteller führt eine Kompatibilitätsliste mit den passenden Speichern. Viele Wechselrichterhersteller bieten mittlerweile selbst Speicher an.
Kann ein Hybridwechselrichter ohne Batterie betrieben werden?
Ja, ein Hybridwechselrichter kann auch ohne Speicher genutzt werden. Die Nachrüstung eines Speichers ist in der Regel später noch möglich. Vorausgesetzt ein passender Speicher wird noch angeboten.
Eine alte, ausgeförderte Ü-20 Photovoltaikanlage funktioniert oft noch einwandfrei. Da die Anschlussvergütung durch den Jahresmarktwertsolar allerdings eher spärlich ausfällt, bietet sich die Umstellung auf Eigenverbrauch des Stroms an, sofern im Gebäude ausreichend Strom benötigt wird.
Hier kann Folgendes wirtschaftlich sinnvoll sein:
Ein Batteriewechselrichter ist ein Gerät, das an der Wechselstromseite des Hauses angeschlossen wird und ein Speicher betreibt. Seine Hauptfunktion besteht darin, den Wechselstrom des Hauses in Gleichstrom zu verändern, um eine Batterie laden zu können. Umgekehrt wird der Gleichstrom der Batterie im Batteriewechselrichter zurückverwandelt in Wechselstrom, um ihn im Haus nutzen zu können. Batteriewechselrichter bieten auch einen Notstromfunktion an, aber wenn der Speicher leer ist, kann kein Notstrom mehr bereitgestellt werden.
Ein Hybridwechselrichter kombiniert den PV-Wechselrichter und den Batteriewechselrichter in einem einzigen Gerät. Trotzdem bietet der separate Batteriewechselrichter in manchen Szenarien klare Vorteile:
Trotz der genannten Vorteile gibt es auch gewichtige Nachteile:
Sie benötigen Hilfe bei der Auslegung oder finden keinen passenden Wechselrichter, der zu Ihrem System passt?
Kontaktieren Sie uns und wir helfen Ihnen gerne weiter.